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Liebes Tagebuch in der Hoffnung das meine Tochter und auch viele andere Menschen es lesen werden, um den Mut und die Kraft zu finden auch etwas zu verändern und zu verstehen warum ich so bin wie ich bin.
Jetzt im Januar war nicht viel zu tun. Konnte am Gartenteich, als das Wasser gefroren war, wunderbar die Gräser und das Schilf abschneiden ohne ins Wasser zu fallen. Habe natürlich nicht alle abgeschnitten weil über das Schilf der Austausch von Gasen stattfindet. Auch mußte ich die Saatbestände kontrollieren und neues Saatgut bestellen. Warte auf den Februar. Endlich... dann kann ich mit dem Vorziehen von Paprika, Tomaten, Auberginen beginnen. Hoffentlich klappt das mit meinem Tomatensamen. Habe sie diesmal selber gemacht. Bin mir aber nicht sicher ob es klappt. Hoffe das beste! Will mir keine Pflanzen mehr kaufen. Eigentlich kann man sich gar nicht mehr sicher sein, was man heute so alles bekommt.
Bin froh das es Ulla Grall gibt. Sie hat tolles Saatgut. Schön das ich sie damals im Internet gefunden habe.
Mein Vater und meine Mutter haben über das Saatgut gesagt: Es muß ein Profi gewesen sein. Einer von der alten Sorte. Sie erzählten, dass z.B. nur von den Tomaten Samen gewonnen wurde die als erste eine Frucht ganz unten bildeten. Der Hintergrund war folgender: Wenn man eine Frucht von oben nahm konnte es passieren, dass daraus eine Tomatenpflanze wuchs, die locker erst in anderthalb Meter eine Frucht bildete. Man kann sich vorstellen, dass das nicht gerne gesehen wurde, weil zuviel Kraft in das Wachsen des Hauptriebs ging, als in die Frucht. Gerade denke ich am meine 550 gr. Tomate. Ich war und bin so stolz darauf, was ich geleistet habe. Ich habe kein Gewächshaus und einige Pflanzen hatten voriges Jahr die Blatt- und Krautfäule. Das war hart, ich war den Tränen nahe, weil ich Angst hatte meine ganzen Tomatenpflanzen zu verlieren. Es ist so viel Arbeit sie ab Mitte Februar groß zu ziehen. Es steckt Leidenschaft und Liebe da drin. Ich behielt aber die Nerven. Ich schnitt sofort befallene Blätter und Stengel ab. Sprühte sie mit meinem Tee. Hilft der überhaupt, manchmal meine ich, das es nur die Arbeit und die Liebe zur Natur ist die hilft. Und Gott spielt darin eine große Rolle. Ich fühle eine große Kraft in mir, die mich antreibt wenn ich im Garten arbeite. Es erfüllt mich mit Glück und Liebe und Stolz, wie ich die warme Sonne vermisse und den Wind auf der Haut. Ich genieße diese Momente sie geben mir so viel.
12.01.2001 Habe Anmachholz gehackt für den Ofen... die Sonne schien, wie habe ich es genossen. Natur: Eine und die einzige Tankstelle für den Menschen. Warum wenden sich die Menschen immer weiter von der Natur ab? Oder die anderen z.B. rennen durch sie durch und verstehen und fühlen gar nichts. Hauptsache sie können erzählen sie waren in der Natur und haben was unternommen.
Sonntag: Chiara holt mir ein Stück Rosmarinzweig zum Braten aus dem Garten. Wahnsinn was sie schon alles auseinander halten kann. Sie kennt fast alle Kräuter die ich anbaue. Ich glaube sie kann es auch nicht erwarten wieder raus in den Garten zu gehen. Wenn ich mit ihr allein bin schaut sie mir immer bei der Arbeit zu.
Manchmal denke ich so für mich: Hätte ich doch damals öfters auf meine Mutter und auf meinen Vater gehört und ihnen mehr zugesehen, wenn sie im Garten was gemacht haben. Na ja die Jugend! Vielleicht macht es Chiara wenn sie älter ist genauso und sagt, komm laß mich in Ruhe mit deinem Garten. Dieses alte Wissen es geht doch verloren...Was können die Gärtner und Spezis denn noch? Die kennen sich besser mit Chemie, Giftpritze und Dünger aus, als ein ein Chemielaborant. Mir fällt gerade ein: Die ganzen Kleingärtner...was die ein Gift jedes Jahr verspritzen. Wahnsinn.
Letzte Jahr war kein gutes Jahr (immer das Wetter). Die Äpfel sind auf dem Lager viel schneller verdorben als sonst und wurden auch schnell mehlig. Ich meine zu beobachten, dass es immer schlimmer wird. Sogar die Äpfel von den Biobauern sind nicht gut. Werden Ruck Zuck mehlig. Ich weiß noch, letztes Jahr hatten wir Läuse ohne Ende. Es war unglaublich wie viele es waren. Wußte mir nicht mehr zu helfen. Bis mir eines Tages auffiel, das der Garten voll war mit Marienkäfern. Mein ganzes T-Schirt war voll, als ich durch den Garten gegangen bin. Auch die Larven waren zu Unmengen daran, die Läuse zu fressen. Einige Zeit später war der Spuck vorbei und die Läuse kein Problem mehr. Ich kann manchmal sehr ungeduldig sein, aber man sollte der Natur auch die Zeit geben ihre natürlichen Mechanismen einzusetzen.
Fabio Angeli den 10.03.2003
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