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März 2009 März 01 März 02 März 03

 

Gurken veredeln

Es wird eine Gurkenpflanze auf einer Feigenblatt-Kürbis-Unterlage veredelt. Ein Aufpfropfen, wie wir es bei den Tomaten gezeigt haben, funktioniert in diesem Fall nicht. Die Gurkenpflanze würde absterben.

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Auf Feigenblatt-Kürbis veredelte Gurken sind zum einen resistenter gegen die Gurkenwelke und andererseits haben sie eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber Fäulnisbakterien. Der kräftige Wuchs des Kürbis geht in die Gurkenpflanze über und bringt dadurch höhere Erträge. Früher wurden die Schnittstellen mit einem Bleiband befestigt. Heute verwendet man auch Spezialclips dafür. Sie sehen aus wie kleine moderne Wäscheklammern. Damit werden die Schnittstellen fest zusammen gehalten.

Als aller erstes werden nur die Gurkensamen gesät. Wir nehmen dazu Tontöpfe. Der schwarze Strich auf den Töpfen markiert die Stelle, an der der Gurkensamen drinsteckt.

 

Das Samenkorn wird mit der abgeflachten Seite in die Erde gesteckt. Das Saatgut dann ganz leicht mit Erde bedecken.

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Mit einer Sprühpistole die Erde gut feucht sprühen.

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Zur besseren Keimung arbeiten wir mit einem sogenannten “Minigewächshaus”. Es geht aber auch ohne.

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Nach ein paar Tagen lassen sich die ersten Gurkenkeimlinge blicken.

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Nun säen wir den Feigenblatt-Kürbis.

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Auch er wird mit der abgeflachten Kante in die Erde gesteckt. Wenn Sie möchten können Sie die Gurke und den Feigenblatt-Kürbis in seperate Töpfe ziehen.

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Nachdem die Gurkenpflanze und der Kürbis ihre ersten Laubblätter angesetzt haben, schreiten wir zur Veredlung. Unsere Pflanzen haben jetzt ca. eine Höhe von 8 bis 10 cm.

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Kürbis- und Gurkenpflanze werden vorsichtig aus dem Topf gehoben. Dabei die Wurzeln, wenn möglich, nicht beschädigen. Falls Sie Probleme haben, den Kürbis und die Gurke auseinander zu halten markieren Sie die Gurkenpflanze mit einem Pflanzenbinder.

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Mit einer scharfen, neuen Rasierklinge wird bei der Kürbispflanze unterhalb der Keimblätter

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ein 1,5 bis 2,5 cm langer Schnitt von oben nach unten (Richtung Wurzeln) durchgeführt. Der Schnitt geht bis zur Mitte des Stengels. Bitte achten Sie beim Veredeln auf Sauberkeit.

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Hier eine Makroaufnahme des Schnittes bei der Kürbispflanze.

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Bei der Gurkenpflanze wird der selbe Schnitt genau andersherum gemacht, nämlich von unten nach oben (in Wuchsrichtung).

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So entstehen zwei “Lippen”, die man jetzt ineinander stecken kann.

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Mit den Clips oder Bleiband werden nun die Pflanzen (Schnittstellen) fest miteinander verbunden.

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Hier eine Makroaufnahme.

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Falls der Schnitt mal zu lang werden sollte, kann man auch mit zwei Clips fixieren.

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Nun werden beide Pflanzen in einen großen Tontopf gepflanzt und gut angegossen. Jetzt die Pflanzen noch fein mit Wasser besprühen.

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Die Erde darf die Veredelungsstelle nicht überdecken.

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Hier sehen Sie die Version mit zwei Veredelungsclips.

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Damit die Pflanzen gestützt werden, stecken Sie vorsichtig einen dünnen Bambusstab oder ähnliches in die Erde.

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Mit einem Pflanzenbinder oder ähnlichem können Sie die Pflanzen am Bambusstab befestigen.

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Wir stülpen jetzt vorsichtig eine Gefriertüte über die Pflanzen. Somit schaffen wir ein Mikroklima mit hoher Feuchtigkeit damit die Schnittstellen besser zusammen wachsen. Diese Tüten können Sie nach ca. 6 Tagen entfernen. Es kann passieren, das die Gurken sich dann “hängen lassen”, da sie ja quasi einen Schock erleiden. Sprühen Sie in den nächsten Tagen mindestens 3 bis 4 mal täglich die Pflanzen nass.

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Nun stellen wir den Topf für ca. 15 Minuten in Wasser, damit die Pflanzenwurzeln gut anwachsen können und sich mit Wasser vollsaugen können.
Stellen Sie die Pflanzen hell und warm (ca. 22 Grad), aber nicht in die Sonne.
Jetzt heißt es erst mal 7 bis 10 Tage warten. Nach 6 Tagen können Sie die Gefriertüte abnehmen.

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10 Tage nach der Veredelung kappen wir den Kürbis. Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind können Sie auch noch einige Tage damit warten. 1 = Gurkenpflanze, 2 = Kürbispflanze

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Unterhalb der Keimblätter und oberhalb der Veredelungsstelle (siehe Bambusstock)

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schneiden wir mit einer Rasierklinge oder einer scharfen Schere die Kürbispflanze ab. Das Wurzelwerk des Kürbis verbleibt ja in der Erde, da es ja als Unterlage für die Gurke dient.

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So sieht es nach dem Schnitt aus. Die Clipse oder das Bleiband verbleiben noch auf der Veredelungsstelle.

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Hier nun das fast fertige Werk. In 3 bis 4 Tagen schneiden wir die Wurzel der Gurke ab. Dann wird die Gurke nur noch von der Wurzel des Kürbis versorgt.

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Hier sehen Sie die abgeschnittene Kürbispflanze. Ganz unten befinden sich noch die Keimblätter.

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Tag 15 nach dem Veredeln. Die Wurzel der Gurke wird gekappt.

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Mit einer Schere oder Rasierklinge schneiden Sie unter der Veredelungsstelle die Gurke ab. 1 = Kürbisunterlage, 2 = Gurkenpflanze

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Ziehen Sie nach dem Schnitt vorsichtig die Gurkenwurzel aus der Erde.

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Hier noch einmal die Veredelungsstelle. Jetzt versorgt die Kürbisunterlage - wenn wir alles richtig gemacht haben - die Gurkenpflanze. Das untere Blattpaar der Gurkenpflanze kann man abschneiden, um die Pflanze zu entlasten. Wir sprühen sie wieder ordentlich nass und stülpen eine Gefriertüte über die Pflanze für ca. 4 bis 5 Tage. Auch in dieser Zeit mehrmals täglich nasssprühen (feinster Sprühnebel). Auch den Clip lassen wir noch an der Veredelungsstelle.

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Wenn Sie genau hinsehen können Sie schon kleine Gurken mit Blütenansatz erkennen.

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Ca. 20 Tage nach dem Veredeln wird die Klammer/Bleifolie entfernt, da sie sonst das Wachstum stört. Sie sollten aber den richtigen Zeitpunkt dafür selber herausfinden, da er unterschiedlich ausfallen kann. Je nach dem wie schnell es verheilt/verwächst. Weiterhin sollten Sie alle Früchte abkneifen, damit die Pflanze sich auf das eigentliche Wachsen “konzentrieren” kann.

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Tag 27 nach dem Veredeln: Es kann aber auch nicht klappen. Anscheinend kamen Bakterien an die Schnittstelle. Man sieht deutlich das es zu keiner richtigen Verbindung zur Unterlage kam und es regelrecht zurückgetrocknet ist.

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Hier sieht man schön die Verbindung von Gurke und Kürbisunterlage. Bei Position 1 und 2 sieht man das die nicht verwachsende Pflanzteile abtrocknen. Im Bereich Position 3 sieht man deutlich die Verbindungsstelle mit intakten und wachsendem Gewebe.

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Hier das selbe noch mal als Makroaufnahme.

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Wenn Sie Mitte Februar angefangen haben mit dem Veredelungsprozess werden Sie ca. Anfang Mai und auch früher mit dem Pflanzen beginnen können. Wenn Sie später (sprich März) angefangen haben verschiebt sich alles auf Mitte/Ende Mai. Dann können die veredelten Gurken ins Gewächshaus gepflanzt werden.

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Freilandanbau ist dabei fast unmöglich, weil es in unseren Breiten zu kühl ist. Seien Sie beim Pflanzen umsichtig damit die Veredelungsstelle nicht aufreißt. Anbinden der Pflanze nicht vergessen. Auch hier sollten Sie das Wachsen von Früchten die erste Zeit unterbinden, damit die Pflanzen sich erst mal gut im Boden verwurzeln können und sich auf das wachsen beschränken können. Wir werden dann ca. Mitte Mai weiter berichten wie das Wachstum und dann die zukünftige Ernte sein wird, wenn nichts schief geht ;-))
Nach meinen Informationen kann man auch eine Melone so auf eine Kürbisunterlage veredeln.

 

Wir haben jetzt Mitte Mai. Die veredelten Schlangengurken blühen und haben Fruchtansätze.

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Ihr Wachstum ist mächtig und schnell. Sie haben bald ihre unverdelten” Artgenossen” eingeholt.

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Die Veredlungstselle ist fast vollständig zugewachsen.

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Schlussbetrachtung: Das Veredeln brachte keine höhere Ernte oder eine längere Wachstumsphase. Auch waren die veredelten Gurkenpflanzen nicht “resistenter” gegen Krankheiten wie die unveredelten. Das was auffiel war ein enorm schnelles Wachstum und eine sehr gute Wurzelbildung. Wer Spaß am Veredeln und Experimentieren hat sollte dies ruhig mal ausprobieren. Ob wir noch mal Veredeln werden weiß ich noch nicht. Aber Spaß hat es alle mal gebracht.

 

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