Schnecken Beochbachtungen
Ich unterscheide drei Sorten von Schnecken: Die 1. ist stecknadel- bis erbsengroß, verharrt immer an ihrer Futterstelle und geht nicht auf Wanderschaft. Fraßschäden sind sehr kleine Löcher in den Blättern. Die Schäden halten sich gering, wenn sie nicht in Massen auftreten. Die 2. erreicht die Größe eines halben kleinen Fingers. Ihr Aktionsradius kann sich zwischen 10 und 20 Metern bewegen. Dies steht immer in Abhängigkeit der Umgebung, sprich Bodenfeuchte, Bewachsung etc. Auch sie verharrt an ihrer Futterstelle, wenn der Verbrauch an Wasser und Schleim zu groß wird, um an ihren Schlafplatz zu kriechen. Fraßschäden sind das Mittelmaß von 1 und 3. Die 3. ist daumendick und kann locker die Länge eines Mittelfingers erreichen. Ihr Radius kann 50 Meter und mehr betragen. Nach dem System um so größer eine Schnecke um so mehr Schleim kann sie produzieren. Fraßschäden sind komplettes Blattwerk bis hinunter auf den Stängel. Die Hauptzeiten der Schnecken liegen zwischen 22 Uhr und 7 Uhr morgens. Nach starken Regenfällen, Tau auf den Blättern, feucht-schwüler Luft oder starkem Gewitter treten sie vermehrt auf. Ich konnte feststellen, warum manche Schnecken Salat etc. fressen und andere nicht. Es spielt eine wichtige Rolle, dass die pikierten Pflanzen so klein wie möglich sind, um so ein schnelleres Anwachsen im Boden zu ermöglichen. Diese Pflanzen werden fast gar nicht von Schnecken befallen. Größere hingegen wohl. Es gibt Salatsorten wie z.B. den Romanasalat, der bei uns überhaupt nicht angefressen wurde. Bekämpfung der Schnecken:
Achten Sie bitte darauf, dass die Erde feinkrümelig ist, damit die großen Schnecken nicht so schnell im Erdreich verschwinden. Öftere Harkarbeiten stören kleinere Schnecken in der oberen Erdschicht. Benutzen Sie kein Bier, Löwenzahnblätter, Schneckenkorn etc. Alles was mit Duftstoffen arbeitet lockt immer mehr und größere Schnecken an. Im übrigen Schneckenkorn hilft nicht, wenn die Schnecke z.B. ihren Schlaf- und Fressplatz unter der Pflanze hat. Sie kommt daher nicht auf die Idee, zum Schneckenkorn zu kriechen. Ein Schneckenzaun wirkt nur gegen Schnecken, die von außerhalb kommen und zeigt bei größeren Flächen daher keine Wirkung, außer Sie töten alle Schnecken, die sich im Inneren des Zaunes befinden. Dies halte ich fast für unmöglich.
Weiterhin unter Bretter (4), die auf dem Boden liegen, umgestülpten Eimern, Wassertonnen, Blumentöpfen, Pflanzgefäße jeder Art. Umgedrehte Tontöpfe, die vorher in Wasser gelegt wurden, können Sie abends auf den Acker stülpen. Schnecken nehmen diese als Ersatzbehausung gerne an und können morgens abgesammelt werden. Wenn Sie Pflanztöpfe haben stellen Sie diese auf Untersetzer und befüllen diese immer mit Wasser. Schnecken können nicht schwimmen. Weiterhin verstecken sich Schnecken im oberen Kragen der Pflanztöpfe. (1)
Wenn Zeichen einer Schneckeninvasion vorhanden sind, sollte vor dem Säen oder Pflanzen der Acker kurz abgeflämmt werden. Schnecken fängt man sich auch mit zugekaufter Pflanzerde und Pflanzen ein. Hoffen Sie nicht darauf, dass z.B. Igel Schnecken fressen. Wenn sie es tun stehen Schnecken an letzter Stelle ihres Speiseplanes. Auch das Ausbringen von Nematoden kann ich nicht befürworten, da man nicht genau weiß, was mit den Nematoden später im Boden passiert. Zum Thema Laufenten kann ich nur vermuten, das dies bei bestimmten Schneckengrößen funktioniert. Zum Thema Gießen: Falls Sie in direkter Nähe eine Wiese haben mähen Sie sie so kurz wie möglich, da die Schnecken dieses Biotop lieben. (3) Auch verstecken sie sich in Ritzen oder Spalten wo es feucht und dunkel ist. (5) Schnecken legen kleine weiße Eier. Die Gelege fallen direkt ins Auge, wenn Sie sie sehen. Verbrennen Sie die Eier an Ort und Stelle oder sammeln Sie sie ab. Auch eine Überschüttung mit kochendem Wasser tut seinen Dienst. Um zu einem gewissen Erfolg zu kommen, sollten Sie – je nach Befall – 4 bis 8 Wochen täglich nach Schnecken suchen. Falls Sie abends keine mehr finden legen Sie die Zeit auf früh morgens. Die Maßnahmen, die ich Ihnen hier geschildert habe, sollten dann angewendet werden, wenn es zu einer Schneckenplage kommt. Kleinere Fraßschäden schaden den Pflanzen nicht und eine Gegenwehr ist nicht angebracht. Ich wollte Ihnen hier meine Gedanken zu den Schnecken näher bringen. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die hier aufgeführten Maßnahmen und Beobachtungen können von Ort zu Ort sehr unterschiedlich sein. Falls es dann wirklich nicht mehr geht. Hier nun ein Tipp mit Schneckefallen plus Ködergift. Ein paar Tipps von Annegret Hottner, einer Leserin des Gartentagebuches
Zum Thema Schnecken habe ich mich noch an ein paar Tricks erinnert. Ich muss aber vorausschicken, dass das nur kleine Hilfen sind, bei Massen von Schnecken und wenn es viel regnet hilft das auch wenig. Also: Das ganze Jahr Eierschalen sammeln, grob zerdrücken und um gefährdete Pflanzen (Rittersporn, Dahlien) legen. Hilft, aber nur wenn es nicht gießt oder tagelang regnet. 1 l Wasser, 1/4 l Essig und 1 Fläschchen Lavendelöl mischen und die Pflanzen damit besprühen. Wenn es regnet – hilft es nicht. ca. 100 Schnecken mit kochendem Wasser übergießen, ca. 10 Tage stehen lassen (stinkt abscheulich!!) mit 5 l Wasser verdünnen und als Barriere um die Beete gießen. Keinesfalls auf die Pflanzen gießen!! giftig! und eklig! Ich habe schlechte Erfahrungen mit Spelzen und auch Rimul gemacht – das bisschen Gekratze schreckt die Schnecken nicht ab! Und wenn es regnet klebt sowieso alles zusammen. Zu empfehlen das Buch: Schneckenbekämpfung ohne Gift von Claudia Graber und Henri Suter ISBN 3-440-06953-2. Weiß nicht ob das noch lieferbar ist, vielleicht über amazon oder eurobuch.com
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